Kinderlebensmittel und Werbung ... Was ist drin? Was ist dran?
Eltern-Kind-Veranstaltung

Begleitend zu unserem Gesundheitsprojekt „Fit ist der Hit“ fand am 21.11.2017 der Eltern-Kind-Workshop „Kinderlebensmittel – Was ist drin? Was ist dran?“ statt. Zu dieser Veranstaltung wurden Eltern mit ihren Kindern aus den 2. und 3. Klassen in die Schulküche eingeladen. Es nahmen insgesamt 18 Mamas und Papas mit ihren Kindern an diesem Abend teil.

Zu Beginn der Veranstaltung zeigte uns Frau Schober Kinderlebensmittel, die mit bunter Verpackung sehr aufwendig für Kinder vermarktet werden. Darunter fallen Produkte wie Kinder-Pausensnacks, Süßwaren, Knabberartikel, Fertiggerichte, Wurstwaren, Frühstückscerealien, Milchprodukte, Getränke, die sich zum Beispiel durch Bezeichnung „for Kids“, oder Aufmachungen mit Comic-Figuren gezielt an Kinder richten.

Glaubt man der Werbung, könnte man meinen, Kinder benötigen spezielle Lebensmittel um gesund und fit zu bleiben. Doch was steckt wirklich hinter diesen Lebensmitteln? Wie wertvoll sind sie tatsächlich? Über dies und noch vieles mehr referierte Frau Schober, Ernährungsberaterin der DGE, und führte uns durch einen sehr informativen und abwechslungsreichen Abend.

Mithilfe der Ernährungspyramide vom aid infodienst, das vom Bundesverbraucherministerium gefördert wird, bewertete nun Frau Schober die Kinderlebensmittel.

Bei dieser Ernährungspyramide werden Lebensmittel in Pyramiden-Ebenen einsortiert und sie zeigt, was und wie viel wir täglich essen sollten.

Öle, Fette sowie „süße und fettige Snacks“ fallen in die rote Kategorie in der Pyramiden-Spitze. Sie sollten nur „sparsam“ verzehrt werden.

Milchprodukte und Fleisch fallen in die gelbe Ebene in der Mitte der Pyramide - sie sollten „mäßig“ verzehrt werden.

Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Wasser oder ungesüßte Tees zählen zur grünen Kategorie in der breiten Pyramidenbasis. Die aid-Empfehlung lautet: „reichlich“ verzehren.

Mit diesem einfachen System der Pyramide lassen sich nicht nur Kinderlebensmittel prüfen, sondern auch das eigene Ernährungsverhalten.

Nun erkannten wir, dass die Lebensmittelindustrie die Kinderernährung mit den Kinderlebensmitteln auf den Kopf stellt. Denn die deutliche Mehrzahl dieser Produkte fällt in die Kategorie „rot“. Im Vergleich zu normalen Produkten enthalten die meisten Kinderlebensmittel häufig zu viel Zucker, Salz und ungünstiges Fett. Sie sind oft stark verarbeitet und mit unnötigen Geschmacks-, Zusatz- und Farbstoffen versehen.

Das Angebot an speziellen Kinderlebensmitteln entspricht also ernährungsphysiologisch genau dem Gegenteil dessen, was Ernährungsexperten für eine ausgewogene Ernährung von Kindern empfehlen.

Sicher ist es wenig problematisch, wenn Kinder im Rahmen einer gesunden Ernährung ab und zu ein spezielles Kinderprodukt naschen. Im Übermaß verzehrt, könnten die Kinderlebensmittel die Zahl der übergewichtigen Kinder durchaus und stetig steigen lassen, so Frau Schober.

Frau Schober lenkte unseren Blick wieder auf die Basis und das Mittelfeld der Ernährungspyramide. Mit diesen Lebensmitteln versorgen wir unsere Kinder mit wichtigen Nährstoffen, die sie für ein gesundes Heranwachsen und für die Leistungsfähigkeit in der Schule benötigen.

Mit diesen naturbelassenen, saisonalen und regionalen Zutaten aus Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Getreideflocken und Milchprodukten zauberten wir Speisen, die wenig kosten, fit machen, bunt aussehen und lecker schmecken. Wir verstanden, dass Kinder aus ernährungsphysiologischer Sicht keine speziellen Kinderlebensmittel brauchen.

Nicht nur die anschaulich gestalteten Informationen über Kinderlebensmittel und deren Werbung haben uns einen kurzweiligen und schönen Abend bereitet, sondern auch die Zubereitung der leckeren Speisen, die viel Spaß gemacht hat und das gemeinsame Essen in froher Runde.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Schober für den gelungenen Elternabend und ihre Unterstützung bei unserm Gesundheitsprojekt.