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Dass in unseren jahrgangsgemischten Klassen Erstklässler und Zweitklässler gemeinsam lernen, hat sich bestimmt schon herumgesprochen. Aber was denken die Kinder aus so einer Klasse darüber?

Die 1/2ja wurde dazu befragt.

 

1. Vorbemerkung

Vorweg ist zu erwähnen, dass mit „Dinos“ die Erstklässler und mit „Delfinen“ die Zweitklässler gemeint sind. Da auch sehr oft von Lernhelferaufgaben die Rede ist, sollen diese kurz erklärt werden.

Bei Lernhelferaufgaben arbeitet ein Zweitklässler als „Fachmann“ mit einem Erstklässler zusammen, der mit diesem Inhalt noch nicht so vertraut ist. Die Partner lösen gemeinsam die Aufgabe, wobei die Zweitklässler als Anweiser und Helfer fungieren und den Inhalt gleichzeitig vertiefen.

 

2. Das Interview

Was glaubt ihr, ist bei euch anders als in einer „normalen“ Klasse?

Zuhaid (2ja): 
Da gibt es nur Erstklässler oder Zweitklässler.

Jule (2ja): 
Man lernt viel mehr Kinder kennen, weil in der zweiten und in der dritten Klasse neue Kinder dazu kommen.

Silas (1ja): 
Man bekommt mehr Hilfe.

Cennet (2ja):
In anderen Klassen muss sich die Lehrerin um alles alleine kümmern.

Anne (2ja): 
Da gibt es ja auch keine Lernhelfer.

Was gefällt euch denn besonders gut?

Benedikt (2ja): 
Ich finde die Wochenplanarbeit gut.

Anne (2ja): 
Ich mag die kleinen Gruppen.

(Anne meint, die Stunden, in denen der Lehrer mit einer Jahrgangsstufe alleine ist. Die andere Gruppe hat während dieser Zeit z.B. WTG oder Religion.)

Benedikt (2ja): 
Dann kann man mehr fragen.

Jule (2ja): 
Wir freuen uns aber natürlich auch wieder auf die Dinos.

Irem (1ja): 
Mir gefallen die Lernhelferaufgaben.

Laura (2ja): 
Mir gefällt, wenn ich Helfer sein kann.

Diego (1ja): 
Dass wir die Lernhelfergruppen oft tauschen. Da lernt man die anderen besser kennen.  

Zuhaid (2ja): 
Man lernt auch die guten Seiten von anderen kennen.

Helin (2ja): 
Ich finde es toll, dass die Dinos leise arbeiten können.

Leon (2ja): 
Und wenn die Dinos mal etwas lauter sind, stört es mich nicht.

Ihr habt sehr oft von Lernhelferaufgaben gesprochen. Was kann man denn da noch lernen ?

Lucia (2ja): 
Dass man automatisch Hilfe gibt.

Alina (1ja): 
Dass man auch auf die anderen Kinder hört.

Maja (1ja): 
Dass man nachfragen muss, wenn man etwas nicht gleich kann.

Anne (2ja): 
Mehr Geduld zu haben. Man muss den Dinos auch Fragen stellen, damit man weiß, ob sie es verstanden haben und darf nicht alles alleine machen.

Jule (2ja):
Rücksichtsvoll zu sein. Dass man nicht gleich aggressiv wird, wenn die Dinos was nicht gleich können, sondern sich beherrscht.

 
Frage an die Dinos: Wie findet ihr denn die Delfine so als Lernhelfer?

Silas (1ja): Sie erklären gut und helfen uns.

Selina (1ja): Sie geben sich Mühe.

Justin (1ja): Die Delfine loben uns auch.


Und was sagen die Delfine über ihre Schützlinge?

Alle sind sich einig: Sie strengen sich an und hören auch auf uns.

Nun noch eine kritische Frage: 
Ist es denn nicht oft ein Durcheinander, wenn ihr manchmal nicht alle dasselbe tut?

Leon (2ja): 
Nein, ich weiß immer, was ich machen soll.

Zuhaid (2ja): 
Manchmal weiß ich nicht genau, was ich machen soll, aber ich frage dann halt jemanden.

Silas (1ja): Das ist bei mir auch so.

3. Schlussbemerkung

Es ist schön, dass die Kinder das jahrgangsgemischte Lernen so positiv erleben, auch wenn manchmal nicht alles wie am Schnürchen läuft. Vor allem die Lernhelferaufgaben sind offensichtlich sehr beliebt. Dies bringt zum Ausdruck, wie bedeutend es ist, voneinander zu lernen bzw. für andere Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Wissensvorsprung zu erfahren.

Christine Lindner

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